#1 WIKIPEDIA & DER MITTELLANDKANAL von Barre 28.01.2009 16:10

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WIKIPEDIA & DER MITTELLANDKANAL

Der Mittellandkanal (MLK) ist mit 325,7 Kilometern Länge die längste künstliche Wasserstraße in Deutschland. Er verbindet den Dortmund-Ems-Kanal mit der Elbe und dem Elbe-Havel-Kanal. Im weiteren Sinne ist er Teil einer Verbindung zwischen den Flüssen Rhein und Oder. Im Westen wird die Verbindung zum Rhein über Dortmund-Ems-Kanal und Rhein-Herne-Kanal oder Wesel-Datteln-Kanal hergestellt. Im Osten verbinden Elbe-Havel-Kanal, Havel und Havel-Oder-Wasserstraße den Mittellandkanal mit der Oder. In europäischer Dimension ermöglicht er eine Verbindung zwischen den Niederlanden, Belgien, Luxemburg, Frankreich und der Schweiz auf der einen mit Polen und Tschechien auf der anderen Seite.

Der Kanal ist auch unter den Namen Ems-Weser-Kanal oder Weser-Ems-Kanal, Weser-Elbe-Kanal, Rhein-Elbe-Kanal oder auch Ems-Weser-Elbe-Kanal bekannt. Hierbei handelt es sich um alte oder regionale Bezeichnungen, die nur noch selten verwendet werden.


Der Mittellandkanal zweigt am Nassen Dreieck bei Hörstel vom Dortmund-Ems-Kanal ab, verläuft durch die Gravenhorster Schlucht und führt nördlich des Teutoburger Waldes und des Wiehengebirges nach Osten. An seinem nördlichsten Punkt in Bramsche sollte nach Plänen aus den 1920er Jahren der Hansakanal in Richtung Bremen und Hamburg abzweigen. Entsprechende Pläne wurden jedoch in den 1950er Jahren aufgegeben.

In Minden überquert der Mittellandkanal in einer alten und einer neuen Trogbrücke die Weser. Die Trogbrücken sind Teil des Wasserstraßenkreuzes Minden, dieses bietet über den Verbindungskanal Nord oder den Verbindungskanal Süd Anschluss an die Weser. Südlich des Schaumburger Waldes und des Steinhuder Meeres geht es weiter bis Seelze bei Hannover, hier wird in einer alten und einer neuen Fahrt das Leinetal überquert. Über den Stichkanal Hannover-Linden und den Verbindungskanal zur Leine besteht eine Verbindung zur Leine und Ihme. Im weiteren Verlauf durchquert der MLK die nördlichen Stadtteile von Hannover und trifft dann auf die Hindenburgschleuse in Schleuse Anderten. Die Strecke bis hierher wird als Westhaltung bezeichnet und liegt auf einem Niveau von 50,3 m ü. NN.

Östlich der Schleuse Anderten verläuft die 14,70 Meter höher gelegene Scheitelhaltung auf 65 m ü. NN durch Peine und Braunschweig. Kurz hinter dem Abzweig des Elbeseitenkanals endet sie an der Schleuse Sülfeld in Wolfsburg. Diese senkt das Kanalniveau um 9 Meter ab.

Ab hier verläuft die Osthaltung auf einer Höhe von 56 m ü. NN weiter durch Wolfsburg, unmittelbar am Volkswagenwerk entlang. Über die ehemalige deutsch-deutsche Grenze und durch den Naturpark Drömling führt der Kanal vorbei an Calvörde, Haldensleben und Wolmirstedt. Bis zum Jahr 2003 endete der Mittellandkanal an der kriegsbedingt nicht fertiggestellten Elbequerung nördlich von Magdeburg. Die Schifffahrt nahm einen Umweg über das Schiffshebewerk Rothensee, den Rothenseer Verbindungskanal, die Elbe und die Schleuse Niegripp, um den Elbe-Havel-Kanal zu erreichen.

Seit der Eröffnung des Wasserstraßenkreuzes Magdeburg im Oktober 2003 überquert der Kanal die Elbe in der 918 Meter langen Kanalbrücke Magdeburg und erreicht kurz dahinter die Schleuse Hohenwarthe. Hier endet die Osthaltung, und der Kanal wird um 18,55 Meter auf das Niveau des Elbe-Havel-Kanal abgesenkt. Östlich der Schleuse Hohenwarthe geht der MLK, bei km 325,7 in den Elbe-Havel-Kanal über, dieser führt die Kilometrierung weiter bis km 379,0 bei der Einmündung in die Havel.


Beschlossen wurde der Bau des Kanals mit dem Inkrafttreten des preußischen Wassergesetzes vom 1. April 1905. Um den Kanalbau wurde im Reich erbittert debattiert, da die ostelbischen Agrarier ein Eindringen billiger Produkte aus dem Westen befürchteten (Kanalrebellen). Als Kompromiss wurde schließlich der Bau nur bis Hannover festgelegt.

* 1856 - Erste Pläne zum Bau eines Kanals vom Rhein zur Elbe unter Mitwirkung des Kreisbaumeisters von Hartmann
* 1906 - Baubeginn des Abschnitts Bergeshövede−Hannover
* 1915 - Inbetriebnahme des ersten Abschnittes bis Minden (damals noch Ems-Weser-Kanal)
* 1916 - Fertigstellung des Bauabschnitts bis Hannover
* 1928 - Einweihung der Hindenburgschleuse bei Hannover-Anderten durch den Reichspräsidenten von Hindenburg
* 1929 - Anbindung an den Hafen Peine
* 1933 - Anbindung an den Hafen Braunschweig
* 1938 - Wird mit Vollendung der Schleuse Sülfeld sowie des Schiffshebewerks Rothensee bei Magdeburg die Verbindung zur Elbe fertiggestellt
* 1942 - Die Bauarbeiten an der Elbeüberführung und der Schleuse Hohenwarthe werden eingestellt
* 1965 - Beschluss zum Ausbau des Kanals, in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen, zur Wasserstraßenklasse IV (entspricht der heutigen Klasse Vb)
* 1976 - Beginn des Ausbaus von Teilstrecken in Sachsen-Anhalt
* 1993 - Erster Rammschlag für das Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr.17 zum Neubau eines Sicherheitstores bei Haldensleben
* 1997 - Baubeginn Schleuse Rothensee
* 1998 - Baubeginn Kanalbrücke Magdeburg
* 1998 - Inbetriebnahme der neuen Kanalbrücke in Minden über die Weser
* 1999 - Grundsteinlegung Schleuse Hohenwarthe
* 2003 - Mit Einweihung des Wasserstraßenkreuzes Magdeburg und der Schleuse Hohenwarthe ist der Kanal erstmals auf ganzer Länge befahrbar


1905 wurde vom preußischen Landtag in dem Gesetz über die Herstellung und den Ausbau von Wasserstraßen die Einführung des Schleppmonopols beschlossen. Damit waren nur diese staatlichen Monopolsschlepper auf den Kanälen in Westdeutschland zugelassen. Im Februar 1915 wurde der Betrieb zwischen Bergeshövede und Minden durch das Schleppamt Minden und im Dezember 1916 zwischen Minden und Hannover durch das Schleppamt Hannover aufgenommen. Am 31. Dezember 1967 wurden diese Dienste eingestellt, der Selbstfahrer hatte sich durchgesetzt.

Auf der Strecke Bergeshövede-Hannover wurde die Kanaltrasse für 600-t-Schiffe bemessen, es wurde aber bereits die Möglichkeit vorgesehen, durch Erhöhung des Wasserspiegels um 50 cm den Kanal für 1000-t-Schiffe befahrbar zu machen. Östlich von Hannover wurde der Mittellandkanal für das 1000-t-Schiff bemessen. Ab den 1950er Jahren verdrängten selbstfahrende Motorschiffe die Schleppschifffahrt vollständig, außerdem machten die immer größeren Schiffe einen Ausbau unumgänglich. 1965 wurde der Ausbau des MLK für das Europaschiff (1350 t, Länge 85 m, Breite 9,5 m, Tiefgang 2,5 m) beschlossen und der Kanal entsprach nun der Wasserstraßenklasse IV. Während des Ausbaus entwickelten sich die Schiffsgrößen weiter, so dass das Großmotorgüterschiff (2300 t, Länge 110 m, Breite 11,40 m, Tiefgang 2,8 m) zur Bemessungsgrundlage wurde. In Anlehnung an den Kanalquerschnitt für das Europaschiff wurde 1994 das bis heute gültige Regelprofil entwickelt, es entspricht der heutigen Wasserstraßenklasse Vb.

Der Ausbau der Kanaltrasse ist zwischen Dortmund-Ems-Kanal und der Schleuse Sülfeld fertiggestellt. Zwischen Sülfeld und der Elbe laufen die Ausbauarbeiten noch. Auf dem Gebiet der damaligen DDR wurden zwischen 1976 und 1987 bereits Teilstrecken ausgebaut. Allerdings entsprachen auch diese Strecken nicht den heutigen Anforderungen, so dass die gesamte Strecke erneuert wird. Zum jetzigen Zeitpunkt (2008) finden Ausbauarbeiten im Bereich Wolfsburg-Vorsfelde und Rühen sowie zwischen Haldensleben und Magdeburg-Rothensee statt. Die Bauarbeiten werden voraussichtlich 2012 abgeschlossen.

In den ersten Jahren des Ausbaus wurden lange Strecken im Rechteckprofil mit Spundwänden erstellt. Aus Gründen des Tierschutzes mussten diese Strecken nachträglich eingezäunt werden, um Tiere vor dem Ertrinken zu bewahren. Heute wird deshalb das Trapezprofil bevorzugt. Mit Spundwänden wird nur noch im Bereich von Häfen oder Schleusen ausgebaut. Wenn der Einsatz von Spundwänden auf freier Strecke unumgänglich ist, beispielsweise aus Platzgründen bei der Stadtstrecke Hannover, wird im kombinierten Rechteck–Trapez–Profil (KRT–Profil) ausgebaut. Beim KRT–Profil endet die senkrechte Spundwand etwa 20 cm unter der Wasseroberfläche. Dadurch wird es Kleintieren ermöglicht, das Wasser zu verlassen.
Regelquerschnitt

* Trapezprofil (schräge Uferböschung): Breite 55 m, Tiefe 4 m, Durchfahrtshöhe 5,25 m
* Rechteckprofil (Spundwand): Breite 42 m

Die genannten Profile werden an vielen Stellen miteinander kombiniert: beispielsweise Trapezprofil auf der einen und Rechteckprofil auf der anderen Seite, oder die Spundwand endet unter der Wasseroberfläche und geht in eine schräge Böschung über. Dadurch ergeben sich abweichende Wasserspiegelbreiten.
Regelschiff

* Großmotorgüterschiff, auch Großmotorschiff (GMS): Länge 110 m, Tiefgang 2,80 m, Breite 11,45 m, Tragfähigkeit 2300 t
* Übergroßes Motorschiff (üGMS): Länge 135 m
* Schubverband: Länge 185 m, Breite 11,40 m, Tiefgang 2,80 m, Tragfähigkeit 4500 t

Die genannten Angaben sind die maximalen Abmessungen der jeweiligen Schiffsklasse. Alle Angaben beziehen sich auf die ausgebaute Kanalstrecke.

Der Mittellandkanal verfügt über ein günstiges Längsprofil mit nur drei Schleusenanlagen auf ganzer Länge. Dies wäre nicht möglich gewesen, hätte man den Kanal direkt durch Osnabrück, Hildesheim und Salzgitter geführt. Stattdessen wurden diese Städte über Stichkanäle an den Hauptkanal angeschlossen. Eine Ausnahme ist der Stichkanal Ibbenbüren, der im Zuge des Ausbaus des Hauptkanals entstand. Dabei erhielt der ausgebaute MLK auf vier Kilometern Länge eine neue Trasse. Die alte Trasse wurde aus Richtung Osten aufgelassen, um die Verladestelle Ibbenbüren anzuschließen.

Der Mittellandkanal kreuzt in seinem Verlauf, neben einigen Kleinflüssen, die Weser, die Leine und die Elbe. Der Kanal wird in Trogbrücken über diese Bundeswasserstraßen geführt und durch Verbindungskanäle mit dem kreuzenden Fluss verbunden. In Minden und Magdeburg spricht man dabei von Wasserstraßenkreuzen. Die Verbindungskanäle zweigen direkt vom Hauptkanal ab. Eine Ausnahme ist der Verbindungskanal zur Leine, er zweigt vom Stichkanal Linden ab. Der Rothenseer Verbindungskanal und der Verbindungskanal Süd zur Weser stellen auch die Verbindung zu den örtlichen Häfen her.

Abstiegsbauwerke im Hauptkanal
Westkammer der Schleuse Anderten
Alte Südkammer der Schleuse Sülfeld (2004 abgerissen)
Schleuse Hohenwarthe
Mittellandkanal bei Minden: Brücke über die Weser
Kanalbrücke über die Elbe
Der Mittellandkanal in Hannover-Bothfeld
Drei Brücken des Mittellandkanals in Hannover-Buchholz
Alte Trogbrücke des Mittellandkanals über die Leine
Mittellandkanal bei Recke
In kalten Wintern müssen Eisbrecher eine Fahrrinne schaffen/ Mittellandkanal bei Lashorst im Januar 2010

* Schleuse Anderten (Hindenburgschleuse) [1]
o Zwei baugleiche Schachtschleusen mit geschlossenen Sparbecken
o km 174,2
o Erbaut: 1919–1928
o Nutzlänge/Breite/Durchfahrtshöhe/Abladetiefe: 214 m/12,00 m/5,90 m/2,80 m
o Fallhöhe: 14,70 m
o Bedienung: Schleusenpersonal vor Ort (Fernbedienzentrale in der Schleusenbrücke der Ostkammer)
o Besichtigung: Von der Straßenbrücke oberhalb der Schleuse Blick über beide Schleusenkammern, Zutritt zum Schleusengelände ist laut Beschilderung verboten

* Schleuse Sülfeld
o Nordkammer
+ Schachtschleuse mit offenen Sparbecken
+ km 236,9
+ Erbaut: 1934–1937
+ Nutzlänge/Breite/Durchfahrtshöhe/Abladetiefe: 224 m/12,00 m/4,00 m/2,20 m
+ Fallhöhe: 9 m
o Südkammer (Neue Schleuse)
+ Schleuse mit offenen Sparbecken
+ Erbaut: 2004−2008
+ Nutzlänge/Breite/Durchfahrtshöhe/Abladetiefe: 225 m/12,50 m/5,25 m/2,80 m
o Bedienung: Bedienpersonal vor Ort (im Leitstand der Südkammer)
o Die Schleuse Sülfeld wurde als Doppelschleuse mit zwei baugleichen Schleusenkammern erbaut. Die Südkammer wurde 2004 abgerissen, und durch eine neue Schleuse mit größeren Abmessungen ersetzt.
o Besichtigung: Besucherparkplatz vorhanden, Besucherplattform im Unterhaupt der Nordkammer

* Doppelsparschleuse Hohenwarthe [2]
o Zwei baugleiche Schachtschleusen mit offenen Sparbecken
o km 325,1
o Erbaut: 1998–2003
o Nutzlänge/Breite/Durchfahrtshöhe/Abladetiefe: 190 m/12,50 m/5,25 m/2,80 m
o Fallhöhe: 18,55 m - 19,05 m
o Die Schleuse Hohenwarthe ersetzt das nicht vollendete Schiffshebewerk Hohenwarthe.
o Bedienung: Bedienpersonal vor Ort
o Besichtigung: Besucherparkplatz vorhanden, Besichtigung seitlich des Oberhauptes oder Brücke am Unterhaupt, Infotafeln

Abstiegsbauwerke in den Stichkanälen
* Schleuse Hollage
o Eine Schleuse ohne Sparbecken
o Im Stichkanal Osnabrück km 7,2
o Erbaut: 1913–1915
o Nutzlänge/Breite/Abladetiefe: 82 m/10,00 m/2,20 m
o Fallhöhe: 4,75 m

* Schleuse Haste
o Eine Schleuse ohne Sparbecken
o Im Stichkanal Osnabrück km 12,7
o Erbaut: 1913–1915
o Nutzlänge/Breite/Abladetiefe: 82 m/10,00 m/2,20 m
o Fallhöhe: 4,75 m

* Hafenschleuse Hannover-Linden
o Eine Schachtschleuse mit offenen Sparbecken
o Im Stichkanal Linden km 9,55
o Erbaut: 1914–1917
o Nutzlänge/Breite/Durchfahrtshöhe/Abladetiefe: 83 m/10,00 m/4,25 m/2,50 m
o Fallhöhe: 7,80 m
o Bedienung: Fernbedienzentrale Anderten

* Schleuse Bolzum
o Alte Schleuse
+ Eine Schleuse mit offenen Sparbecken
+ Im Stichkanal Hildesheim km 0,7
+ Erbaut: 1926–1927
+ Nutzlänge/Breite/Durchfahrtshöhe/Abladetiefe: 82 m/12,00 m/6,45 m/2,20 m
+ Fallhöhe: 8 m
+ Bedienung: Bedienpersonal vor Ort
o Neue Schleuse
+ Eine Schleuse ohne Sparbecken
+ In Bau seit 2007 bis voraussichtlich 2010
+ Nutzlänge/Breite/Abladetiefe: 139 m/12,50 m/2,80 m
+ Fallhöhe: 8,50
+ Bedienung: Fernbedienzentrale Anderten
o Im Zuge des Ausbaus des „Stichkanals Hildesheim“ laufen seit 2007 vorbereitende Bauarbeiten zum Bau einer neuen Schleuse. Nach dem Ausbau des SKH wird das Oberwasser der Schleuse um 0,5 m angehoben, dadurch ergibt sich die abweichende Fallhöhe zur alten Schleuse. Die alte Schleuse wird nach Inbetriebnahme der Neuen, ohne Funktion erhalten.

* Schleuse Wedtlenstedt ⊙52.267510.401527777778
o Ostkammer
+ Schachtschleuse ohne Sparbecken
+ Im Stichkanal Salzgitter km 4,6
+ Erbaut: 1938–1940
+ Nutzlänge/Breite/Durchfahrtshöhe/Abladetiefe: 220 m/12,00 m/6,00 m/2,70 m
+ Fallhöhe: 9,30 m
o Westkammer
+ Schachtschleuse ohne Sparbecken
+ Erbaut: 1938−1940
+ Nutzlänge/Breite/Durchfahrtshöhe/Abladetiefe: 225 m/12,00 m/4,55 m/2,10 m
o Die Schleuse Wedtlenstedt wurde als Doppelschachtschleuse mit zwei baugleichen Kammern erbaut. Die Ostkammer wurde 1975−1976 den Abmessungen von Großmotorgüterschiffen angepasst.

* Schleuse Üfingen ⊙52.21402777777810.423055555556
o Ostkammer
+ Schachtschleuse ohne Sparbecken
+ Im Stichkanal Salzgitter km 10,7
+ Erbaut: 1938–1940
+ Nutzlänge/Breite/Durchfahrtshöhe/Abladetiefe: 220 m/12,00 m/5,50 m/2,70 m
+ Fallhöhe 9,30 m
o Westkammer
+ Schachtschleuse ohne Sparbecken
+ Erbaut: 1938−1940
+ Nutzlänge/Breite/Durchfahrtshöhe/Abladetiefe: 225 m/12,00 m/4,25 m/2,20 m
o Die Schleuse Üfingen wurde als Doppelschachtschleuse mit zwei baugleichen Kammern erbaut. Die Ostkammer wurde 1975−1976 den Abmessungen von Großmotorgüterschiffen angepasst.

Der Mittellandkanal dient zwar hauptsächlich dem Transport von Gütern, doch von Anfang an wurden ihm auch wasserwirtschaftliche Aufgaben zugewiesen. Dazu gehören die Bereitstellung von Wasser für die Industrie und die Landwirtschaft und das Ableiten von Hochwässern aus kreuzenden Kleinflüssen und Bächen in die Weser oder Elbe. Dem Kanal geht durch Verdunstung, Versickerung und Schleusenbetrieb ständig Wasser verloren. Ferner wird der Wasserspiegel auch durch starken Wind beeinflusst. In dem vorwiegend in Ost-West-Richtung verlaufenden Kanal können starke Westwinde den Wasserstand an den Enden der Kanalhaltungen um 40 cm ansteigen lassen. Um für die Schifffahrt möglichst gleichbleibende Durchfahrtshöhen und Wassertiefen zu gewährleisten, muss der Wasserspiegel ständig reguliert werden.

Die Regulierung der Wasserversorgung des Mittellandkanals und seiner Stichkanäle wird zentral von der Revier- und Betriebszentrale in Minden gesteuert. Hierzu stehen ihr zwischen Bevergern und Hohenwarthe zahlreiche Pumpwerke, Entlastungsanlagen und Messstellen zur Verfügung.

Da die wenigen natürlichen Zuflüsse nicht ausreichen, den Kanal ständig mit Wasser zu versorgen, muss normalerweise Wasser aus der Weser und der Elbe in das Kanalbett gepumpt werden. Die Pumpwerke zur Versorgung des Kanals befinden sich in Minden an der Weser und in Magdeburg an der Schleuse Rothensee. An allen Schleusen befinden sich ebenfalls Pumpwerke, die das Wasser in die höher gelegenen Haltungen pumpen.

Eine weitere Wasserzuleitung erfolgt sporadisch über den Aller-Entlaster bei Grafhorst. Der 3 km lange Kanal wurde angelegt, um die früher berüchtigten Hochwässer der Aller abführen zu können. In den 1960er Jahren wurde diese Ableitung so intensiv betrieben, dass in der Aller kaum noch Wasser aus ihrem Quellgebiet floss.

Freizeit und Erholung

Fast der gesamte Mittellandkanal besitzt an mindestens einem Ufer einen begleitenden Betriebsweg. Dieser ist für Fußgänger und Radfahrer auf eigene Gefahr freigegeben. Die Wege sind meistens mit feinem Splitt befestigt, im Bereich von Schleusen oder Hafenanlagen oft asphaltiert oder gepflastert. Mit Ausnahme der Zufahrten und der Schleusenbereiche gibt es keine nennenswerten Steigungen. Hierdurch ist es auch für Untrainierte möglich, große Strecken zurückzulegen. An einigen Stellen muss das Ufer über eine Brücke gewechselt werden, beispielsweise bei Hafenanlagen. In manchen Städten (wie in Hannover) fungiert der Kanal mit seinen Ufern auch als Naherholungsgebiet.

Der Kanal ist für Wassersportler ein vielfältiges Fahrtgebiet. Am Mittellandkanal und seinen Stichkanälen gibt es zahlreiche Yachtclubs sowie Kanu- und Rudervereine. Im Bereich Osnabrück, Minden, Hannover, Braunschweig, Haldensleben und Magdeburg verkehren Fahrgastschiffe nach Fahrplan.

Aufzählung der Orte in der Reihenfolge des Kanalverlaufs von Westen nach Osten.

* Nordrhein-Westfalen
o Kreis Steinfurt
+ Hörstel, Ibbenbüren, Recke, Mettingen, Westerkappeln
* Niedersachsen
o Landkreis Osnabrück
+ Bramsche, Ostercappeln, Bohmte, Bad Essen
* Nordrhein-Westfalen
o Kreis Minden-Lübbecke
+ Preußisch Oldendorf, Espelkamp, Lübbecke, Hille, Minden
* Niedersachsen
o Landkreis Schaumburg
+ Bückeburg, Hespe, Meerbeck, Niedernwöhren, Nordsehl, Pollhagen, Lauenhagen, Lüdersfeld, Sachsenhagen, Auhagen, Haste
o Region Hannover
+ Wunstorf, Seelze, Garbsen, Hannover, Sehnde
o Landkreis Peine
+ Hohenhameln, Peine, Wendeburg
o Stadt Braunschweig
o Landkreis Gifhorn
+ Meine, Wasbüttel, Calberlah
o Stadt Wolfsburg
o Landkreis Gifhorn
+ Rühen
* Sachsen-Anhalt
o Landkreis Börde
+ Oebisfelde-Weferlingen, Calvörde, Bülstringen, Haldensleben, Niedere Börde, Barleben, Wolmirstedt
o Stadt Magdeburg
o Landkreis Jerichower Land
+ Möser

Quelle ; http://de.wikipedia.org/wiki/Mittellandkanal

#2 RE: Schiffe die mit A anfangen von Barre 28.01.2009 16:15

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